Strahlentherapie
Die Strahlentherapie gehört neben der Chirurgie (Operation) und Chemo- sowie Hormontherapie zu den wichtigsten Therapiemethoden bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen. Das Ziel der Strahlentherapie ist die Zerstörung krankhaften Gewebes unter weitgehender Schonung des umliegenden gesunden Gewebes. Zu diesem Zweck werden die modernsten technischen Möglichkeiten in der Bestrahlungsplanung eingesetzt, um eine möglichst hohe und somit wirksamere Strahlendosis im Tumorgebiet einzubringen ohne jedoch die umliegenden Organe zu hoch zu belasten. Am Klinikum Kemperhof besteht die Möglichkeit, die Strahlentherapie bzw. Radiochemotherapie sowohl ambulant als auch stationär durchzuführen.
Außerdem wird die Strahlentherapie in der Behandlung gutartiger Erkrankungen eingesetzt: z.B. bei entzündlichen Gelenkprozessen, schmerzhaften Arthrosen, Fersensporn, als Narbenkeloidprophylaxe, zur Vermeidung eines Brustdrüsenwachstums bei Beginn einer antihormonellen Therapie beim Prostatakarzinom.
Nachfolgend finden Sie alle wichtigen Informationen zur Strahlentherapie, die in unserer Strahlentherapie-Einrichtung am Gemeinschaftsklinikum Kemperhof (Koblenzer Straße 115-155) durchgeführt wird:
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Indikationen zur Strahlentherapie
Strahlentherapie maligner Erkrankungen
Schwerpunkte sind:
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Strahlentherapie nicht maligner Erkrankungen
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Behandlungsablauf
Ihr Hausarzt, Facharzt, ein anderes Krankenhaus oder eine andere Klinik des Klinikums Kemperhof hat Sie an unsere Praxis und Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie überwiesen. Dies geschah, weil Sie an einer gut- oder bösartigen Erkrankung leiden.
Zu Beginn jeder Behandlung erfolgt ein ausführliches Gespräch mit einem Facharzt für Strahlentherapie. Hier werden Sie u. a. zu Ihrem Erkrankungsverlauf befragt. Dazu können Sie gerne einen Angehörigen oder eine Person Ihres Vertrauens mitbringen. Hilfreich für den Gesprächsablauf ist es, wenn Sie bereits vorab eine Liste mit Ihren bisherigen Operationen und Erkrankungen erstellen und diese gemeinsam mit Ihren aktuellen Medikamenten zum Erstvorstellungstermin mitbringen.
Gegebenenfalls sind noch weitere Untersuchungen notwendig, die von uns im weiteren Verlauf veranlasst werden. Das kann z.B. eine Computertomographie (CT), eine Kernspintomographie (= Magnetresonanztomographie, MRT), eine Szintigraphie (nuklearmedizinische Untersuchung) oder eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung sein.
Besprechung der Untersuchungsergebnisse
Nach Abschluss aller Untersuchungen werden die Ergebnisse und die empfohlene weitere Therapie gemeinsam mit Ihnen besprochen und geplant.
Ist eine strahlentherapeutische Behandlung notwendig, beraten sich alle Sie betreuenden Ärzte (Hausärzte, Fachärzte) gemeinsam und entwickeln in enger Zusammenarbeit ein individuelles Behandlungskonzept (interdisziplinäre Behandlung). Dies ermöglicht Ihnen eine optimale Therapie zur Heilung der Tumorerkrankung bzw. sichert eine optimale Linderung Ihrer Beschwerden.
In einem weiteren Gespräch erklären wir Ihnen Ihre individuelle Krankheitssituation und die für Sie von uns ausgewählte Therapieform. Außerdem informieren wir Sie ausführlich über die notwendigen Vorbereitungen, die Begleitbehandlungen und die möglichen Nebenwirkungen. Diese Nebenwirkungen sind unterschiedlich und hängen von der Art Ihrer Erkrankung und der Art der Bestrahlung ab. Aufgrund der sich beständig weiter entwickelnden Technik sind die das Allgemeinbefinden beeinträchtigende Nebenwirkungen mittlerweile erheblich seltener geworden.
Je nach Erkrankung kann die Therapie ambulant oder stationär erfolgen. Dies hängt unter anderem von Ihrem Gesundheitszustand, von der Entfernung zu unserer Praxis/Klinik, Ihrer häuslichen Situation und der geplanten Behandlungsmethode ab.
Die stationäre Behandlung - Aufnahmetag
Erste Informationen über den Ablauf ihres Krankenhausaufenthaltes erhalten Sie von den Pflegefachkräften Ihrer Station bei einem pflegerischen Aufnahmegespräch. Zusätzlich erhalten Sie ein ausführliches Informationsblatt über Ihren Krankenhausaufenthalt. Wir, Ihre behandelnden Ärzte/Ärztinnen, informieren Sie ausführlich über den Ablauf Ihrer Behandlung und über die ggf. noch notwendigen Untersuchungen.
Entlassungstag
Am Tag Ihrer Entlassung erhalten Sie einen Kurz-Arztbrief zur Weitergabe an Ihren behandelnden Arzt, der ebenfalls bereits vorab von Ihrem Sie betreuenden Arzt telefonisch über Ihren Krankheitsverlauf informiert wurde. Der endgültige Arztbericht wird innerhalb der folgenden 2-3 Wochen zugestellt.
Bestrahlungsplanung
Die Bestrahlungsplanung ist die individuelle Vorbereitung einer Strahlenbehandlung. Sie umfasst einen medizinischen und einen physikalischen Teil.
Sinn der Bestrahlungsplanung ist es, den Krankheitsherd genau und vollständig zu erfassen und das umliegende gesunde Gewebe sowie lebenswichtige Organe zu schonen.
Dies ist durch den Einsatz einer computergestützten Bestrahlungsplanung heute wesentlich exakter möglich als noch vor ein paar Jahren.
Die Planung kann einen bis mehrere Tag(e) in Anspruch nehmen und verläuft in folgenden Schritten:
Lokalisation
Sie werden von einer/einem unserer medizinisch-technischen RadiologieassistentInnen (MTRA) auf einem beweglichen Tisch eines speziellen Röntgengerätes (Therapie-Simulator) in angestrebter Bestrahlungshaltung gelagert. Mit diesem Gerät lassen sich alle Einstellungen der Bestrahlung nachahmen (simulieren). Wir als Ihre behandelnden Ärzte legen dann unter Durchleuchtung das zu bestrahlende Gebiet fest (Lokalisation). Die Lagerungslinien und Bestrahlungsfelder werden entweder sofort oder nach der computergestützten Planung (siehe unter 2.) angebracht.
Nach der ersten Lagerung erfolgt eine Computertomographie (CT) der zu behandelnden Körperregion in Bestrahlungslage. Die gewonnenen Bilder werden dann an den Bestrahlungsplanungscomputer übermittelt. Zusammen mit unserem Medizinphysiker erstellen wir dann Ihren individuellen Bestrahlungsplan, d.h. die Bestrahlungsfelder und deren Einstrahlrichtung werden unter Berücksichtigung der zu schonenden Gewebe und Organe festgelegt.
Bestrahlungsplanung
Dieser physikalische Teil der Bestrahlungsplanung erfolgt u. a. mittels speziellen computergestützten Bestrahlungsplanungssystemen (dreidimensionale (3D-) Bestrahlungsplanung). In Abhängigkeit von Lage und Geometrie des therapeutischen Zielvolumens werden hier die Bestrahlungsfelder und Einstrahlrichtungen sowie die Strahlenart- und -qualität festgelegt. In enger Zusammenarbeit von Arzt und Medizinphysiker wird dann der bestmögliche Planungsvorschlag ausgewählt.
Simulation
Nach der Bestrahlungsplanung werden die gewünschten Felder am Simulator dokumentiert, auf der Haut eingezeichnet und mit hautfreundlichem Pflaster abgedeckt. Eine exakte Bestrahlung ist nur möglich, wenn die Lagerung des Patienten bei der Simulation, Computertomographie und am Bestrahlungsgerät identisch ist. Aus diesem Grund ist das Anbringen der Lagerungslinien und der Feldgrenzen auf der Haut unerlässlich. Diese bleiben während der gesamten Bestrahlungsdauer erhalten und werden, wenn nötig, von der MTRA erneuert.
Um die größtmögliche Präzision zu erreichen, sind oftmals Lagerungshilfen notwendig. So z.B. eine speziell für Sie angefertigte Maske für Bestrahlungen im Kopf-/Halsbereich. Auf der Maske werden dann alle wichtigen Markierungen, die zur Einstellung der Bestrahlungsposition benötigt werden, eingezeichnet. Auch Vakuummatten sowie Nacken- und Kniepolster kommen zum Einsatz.
Die erste Bestrahlung
Die erste Bestrahlung wird von dem für Sie verantwortlichen Arzt, dem Medizinphysiker und der MTRA gemeinsam durchgeführt.
Zunächst legen Sie sich auf den Bestrahlungstisch, und die MTRA lagert Sie dann genau so, wie es in der Simulation festgelegt wurde (ggf. mit Maske und Lagerungshilfen). Die Vorbereitung der Bestrahlung dauert meist wesentlich länger als die eigentliche Bestrahlung. Bei der Einstellung helfen die im Raum installierten Einstelllaser und die Zeichnungen auf Ihrem Körper bzw. der Maske. Die MTRA stellt die von der Planung vorgegebenen Daten am Bestrahlungsgerät ein. Dies erfolgt entweder im Bestrahlungsraum per Hand oder ferngesteuert vom Schaltraum. Vor der Bestrahlung werden alle Parameter nochmals überprüft (behandelnder Arzt, Medizinphysiker).
Während der Bestrahlung, die nur ca. 1 bis 2 Minuten dauert, überwacht die MTRA ständig den technischen Ablauf und hält dabei über einen Monitor und eine Gegensprechanlage Sicht- und Sprechkontakt mit Ihnen. So können Sie sich während der Bestrahlung mit uns verständigen, sollten dies aber nur im Notfall tun, damit gewährleistet ist, dass Sie ganz ruhig liegen bleiben. Nur so bleibt der Krankheitsherd im Bestrahlungsbereich. Von der Bestrahlung selbst spüren Sie nichts.
Spezielle Therapien - Afterloading
Indikationen
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Was bedeutet "Afterloading"?
Das Afterloadingverfahren (= Nachladeverfahren) ist eine spezielle Bestrahlungsform, bei dem die Strahlenquelle (Radionuklid) in Körperhöhlen oder -öffnungen direkt in oder an den zu bestrahlenden Tumor gebracht wird.
Dieses Verfahren ermöglicht eine Bestrahlung des Tumors mit nur geringer Belastung des umliegenden gesunden Gewebes. Dabei wird zunächst ein leerer Applikator in das zu bestrahlende Gebiet eingebracht. Wie bei der Bestrahlung von außen erfolgt auch hier eine exakte Bestrahlungsplanung mit Dokumentation unter Röntgenkontrolle. Anschließend erfolgt die computergestützte Positionierung der Strahlenquelle im Applikator.
Die gerätetechnische Ausstattung
Linearbeschleuniger (Linac)
Ein Linearbeschleuniger für die Teletherapie mit MLC (Multi-Lamellen-Kollimator) gehört zur apparativen Ausstattung an unserer Praxis/Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie am Klinikum Kemperhof.
Technische Daten
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Funktionsprinzip
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Vorteile
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Bestrahlungsplanungssysteme
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Therapiesimulator
Therapiesimulator zur Lokalisation und Verifikation. Dieses spezielle Röntgengerät verfügt über die gleichen geometrischen Eigenschaften wie der Linearbeschleuniger. In einem ersten Schritt wird hier das zu bestrahlende Krankheitsgebiet lokalisiert und dokumentiert. Nach Berechnung des Bestrahlungsplans und vor der eigentlichen Bestrahlung mit dem Linearbeschleuniger erfolgt dessen Verifikation (Simulation der Bestrahlungsfelder).
Afterloadinggerät
Hochdosis(HDR)-Afterloadinggerät für die Brachytherapie (Kurzdistanzbestrahlung) mit 24 Kanälen. Als radioaktive Quelle wird ein Iridium-Strahler (Ir-192) mit einer max. Aktivität von 555 GBq verwendet. Mit dem so genannten Nachladeverfahren erfolgt die Bestrahlung nach Einbringung eines Applikators in das zu bestrahlende Organ.
Aufgaben der Medizinischen Physik
Bestrahlungsplanung (physikalischer Teil)
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Qualitätssicherung
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Strahlenschutz
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Verschiedenes
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